Energie, die elektromagnetische Felder mit sich führen, wird vom Körper aufgenommen (absorbiert) und in Wärme umgewandelt. Das wird als thermischer Effekt bezeichnet. Der Begriff „thermisch“ leitet sich vom griechischen Wort „thermos“ - warm ab.
Im Gegensatz zu Licht und zur Infrarotstrahlung geben zum Beispiel die elektromagnetischen Wellen des Mobilfunks ihre Energie nicht nur oberflächlich an der Haut ab. Die Wellen fließen zu einem großen Teil durch den Körper hindurch und ein Teil wird im Gewebe absorbiert. Das Maß für die Energieaufnahme des Gewebes in einer gewissen Zeit ist die „spezifische Absorptionsrate“ SAR. Der SAR Wert wird in Watt pro Kilogramm Körpermasse (W/kg) gemessen und ist gesetzlich geregelt. In Österreich gilt für Mobiltelefone der SAR-Grenzwert von 2 Watt/kg (Teilkörpergrenzwert). Dieser wird auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und vom Rat der Europäischen Union empfohlen[1]. Ein thermischer Effekt bedeutet somit Erwärmung im Körper die durch Energie erzeugt wird.
Umgekehrt bedeutet ein athermischer Effekt biologische und neuronale Auswirkungen, die nicht mehr durch den Grad der Gewebeerwärmung mittels Strahlungsstärke ausgelöst werden, sondern durch eine informative Komponente[2]. Mediziner sind heute in ihrer täglichen Praxis mit einer steigenden Zahl unspezifischer Syndrome und Symptomkreise konfrontiert. „Immer mehr dieser Fälle haben einen Bezug zur Problematik der steigenden elektromagnetischen Belastung in der gesamten Bevölkerung. Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten athermischen Effekte.[3]
Athermische Effekte wurden bis 2007 oft in den Bereich der psychosomatischen Erkrankungen verwiesen. Seit dem Jahr 2007 hat sich das grundlegend geändert. „Biochemie, Medizin und Physik haben sich in den letzten Jahren intensiv mit den Grundlagen athermischer Effekte befasst. Meilensteine waren der Nobelpries für Chemie 2003, das Erkennen der physikalischen Grundlagen am Kernforschungszentrum in Mailand, die Entwicklung neuer objektiver Messverfahren und eine Vielzahl von peer reviewed[4] veröffentlichen Studien zu einzelnen biochemische und physiologisch relevanten Mechanismen. Hierzu zählen neben Studien im Rahmen der EU und der WHO auch der Nachweis der Wechselwirkung von ELF-Magnetfeldern auf die Produktion und Wirkung von Melatonin sowie der Nachweis von Magnetit-Kristallen im menschlichen Gehirn am California Institute of Technology.“[5]
Eine umfangreiche Literaturzusammenstellung zu athermischen Effekten kann auch der Arbeit von Hecht (wissenschaftliche Tatsachen aus der internationalen Forschung zur biologischen Wirkung von Hochfrequenzstrahlen auf den Menschen und zum Radiofrequenz-(Mikrowellen-)Syndrom, 2008) entnommen werden.[6]
Fazit: wird elektromagnetische Strahlung gemessen oder eine Diskussion über deren Auswirkung auf die Befindlichkeit von Menschen geführt, sollte zwischen thermischen und athermischen Effekten unterschieden werden. Beim thermischen Effekt kommt es auf den Energiegehalt an, beim athermischen Effekt auf den Informationsgehalt (die biologisch wirksame Bedeutung von elektromagnetischen Signalen). In den Auswirkungen haben beide Effekte ihre Bedeutung.
[1] Vgl. Forum Mobilkommunikation www.fmk.at/content.php?id=311 [Juni 2009].
[2] Vgl. Bioinitiative Report, Section 1 ff.
[3] Vgl. Bärtels, Claude / Mosler, Frank journal of preventive medicine 4, Juni 2008
[4] Begutachtung durch Ebenbürtige im Wissenschaftsbetrieb
[5] Vgl. Bärtels, Claude / Mosler, Frank journal of preventive medicine 4, Juni 2008
[6] Vgl. Hecht, 2008, www.hese-project.org